«Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin». Getreu diesem Schlagertitel von Hildegard Knef haben Cordula Napieraj und Pfarrer Bernhard Ollmert eine Reise in ihre alte Heimat Berlin organisiert.
Am 13. Mai starteten wir mit der Deutschen Bahn Richtung Berlin. Dabei waren 15 Personen aus unserem Pastoralraum und angrenzenden Regionen.
Um dem Klischee gleich gerecht zu werden, die Hinreise dauerte rund zwei Stunden länger als geplant. Aber das tat der guten Stimmung in unserer Gruppe absolut keinen Abbruch. Für ein kurzes Bier vor dem Schlafengehen hat es auch noch gereicht. Wir alle freuten uns auf interessante Tage in der deutschen Hauptstadt.
Zum Auffahrtstag feierten wir mit Bernhard und Cordula eine Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Augustinus, in welcher Cordula getauft wurde, und als kleines Kind erste Kontakte mit der Kirche hatte. Ein kurzer Spaziergang führte uns entlang der Mauerweges zur Gedenkstätte der Berliner Mauer an der Bernauer Strasse. Für uns freiheitsliebende Schweizer ist es schwer zu verstehen, wie eine willkürlich errichtete Mauer Familien ohne Rücksicht trennte, und nach West und Ost aufteilte.
Fernsehturm und Reichstagkuppel über dem deutschen Bundestag
Über den Dächern von Berlin genossen wir im Restaurant des Fernsehturms auf 207 Metern ein traditionelles Mittagessen und den Ausblick über diese eindrucksvolle Stadt. Dank Drehrestaurant konnten wir die Stadt mehrmals an uns „vorüberziehen lassen“. Auch der Ausflug zum deutschen Bundestag und der Aufstieg zur Reichskuppel durfte nicht fehlen. Hier verbindet sich moderne mit klassischer Architektur. Ein kleiner Ratschlag für alle, die diese zwei Orte besuchen möchten:
Es finden Sicherheitskontrollen statt. Also Taschenmesser zu Hause lassen.
Schlösser und Gärten im geschichtsträchtigen Potsdam
Eine Stadtrundfahrt und der Besuch der eindrücklichen Schlösser von Potsdam gaben uns einen Einblick in den Prunk zur Zeit der deutschen Könige und Kaiser.
Die Fahrt durch die „verbotene Stadt“, vorbei an der Kaserne in welcher Bernhard Dienst leisten musste, und der Besuch im Cecilienhof (Ort der Verhandlungen der Siegermächte zum Ende des zweiten Weltkrieges) zeigten uns wie nahe Freud und Leid zusammenliegen können, und wie wichtig es ist, dass wir uns auch heute für Frieden und Gerechtigkeit engagieren.
Gespräch mit einem Zeitzeugen
Einer der eindrücklichsten Momente auf dieser Reise war der Besuch im ehemaligen Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) der DDR.
Die Führung durch die Gefängniszellen und das Gespräch mit einem ehemaligen Gefängnisinsassen war sehr bewegend. Sein Vergehen: Er wollte aus der DDR fliehen. Meine ganz persönliche Erkenntnis: Vergeben ja, aber niemals vergessen, was dieses kommunistische, freiheits- und menschenverachtende Regime seinem Volk angetan hat.
Wir müssen alle aufmerksam bleiben, damit sich solche Geschichten niemals wiederholen können.
Immer wieder haben uns Cordula und Bernhard ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Eindrücke zu Ort, Gebäude oder Geschichte erzählt.
Am Sonntagabend sind wir mit vielen bleibenden Eindrücken zufrieden, aber müde und
mit einer kleinen Verspätung nach Hause gekommen.
Im Namen der ganzen Reisegruppe bedanke ich mich bei Cordula und Bernhard für die Organisation und die fürsorgliche Führung in Berlin.
Markus Schmid, Schneisingen







